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Naturregion Sieg

Im Siegerland, genauer: Im Rothaargebirge entspringt die Sieg. Von dort aus schlängelt sie sich gemächlich in mal sanften Kurven, mal in Serpentinen durch das schöne Siegtal. Es geht über Plateaus und durch kleine Ortschaften bis sie schließlich bei Bonn in den Rhein mündet. Möchte man die Naturregion Sieg erkunden, kann man ihr am besten von der Mündung aus flussaufwärts folgen und passiert dabei nacheinander die Orte Troisdorf, Siegburg und Hennef. Danach wird es immer beschaulicher mit den kleineren Stationen Eitorf, dem idyllischen Schladern und Windeck-Rosbach. Schließlich erreicht man die Stadt Siegen, die letzte große Station vor der Quelle im Rothaargebirge.

Ab einem Punkt in Windeck sind allerdings die Wanderer im Vorteil – für Fahrräder gibt es nur teilweise Wege und häufig muss über längere Berganstiege auf gefährliche Straßen ausgewichen werden. Wer dies vermeiden will, kommt um eine Fahrt mit der Bahn nicht herum. Der offizielle Radweg Sieg folgt nämlich nur 60 km lang dem Fluss von der Quelle bis nach Windeck. Er ist beschildert mit einer stilisierten Siegschleife auf orangefarbenem Grund. Am ersten Sonntag im Juni ist mit der Aktion „Siegtal Pur“ eine Straßenverbindung von Siegburg bis Netphen für Autos gesperrt, sodass Radfahrer ohne die Gefahren der engen und schnell befahrenen Bundesstraßen radeln können. Für Wanderfreunde gibt es natürlich auch etwas: Den knapp 200 km langen Natursteig Sieg, der sich vielseitig zeigt. Er ist gut ausgebaut und ebenfalls mit einer Siegschleife beschildert, allerdings auf blauem Grund. Mal wandert man auf schmalen Pfaden durch schattige Wälder und kommt oberhalb des Tals in den Genuss schöner Ausblicke und mal geht man im idyllischen Tal direkt am Fluss entlang.

Der Weg ist in 14 Etappen aufgeteilt. Dabei ist man oft von ursprünglicher Natur umgeben, jedoch trifft man auch auf das eine oder andere kulturelle Highlight. Alte Ruinen, Steinbrüche und einige Naturschutzgebiete sorgen für Abwechslung. Dazu gehören zum Beispiel das Bröltal bei Hennef; ein Auen- und Waldschutzgebiet, die Wahner Heide in Troisdorf und das Naturschutzgebiet Siegaue in Eitorf. Diese Flussauenlandschaft bietet vor allem Wasser- und Wattvögeln einen Rückzugsort. Auch atlantische Lachse wissen die Sieg zu schätzen und kehren bis zu den Siegauen an ihre Geburtsstätten zurück, um sich fortzupflanzen und eine neue Generation auf die Reise zu schicken. Ganz in der Nähe, in der Gemeinde Windeck im kleinen Ortsteil Schladern, bietet die Sieg ein anderes Schauspiel – den Siegwasserfall. Dieser entstand nicht auf natürliche Weise, sondern vor über 150 Jahren beim Ausbau des Bahnverkehrs. Die vielen Schleifen und Kurven der Sieg standen dem Bau eines Schienennetzes im Weg, was zu brutalen Eingriffen in die Landschaft führte. Durch große Sprengungen wurde der Sieglauf gewaltsam korrigiert, wodurch sich ein leichtes Gefälle ergab. Der Siegwasserfall ist mit 84 Metern Breite der größte Wasserfall in Nordrhein-Westfalen, allerdings entfaltet er seine Pracht erst bei Hochwasser. An schönen Sommertagen lädt der Ort zum Entspannen und Spazieren am weggesprengten Felsen ein, der heute wieder schön begrünt ist.

Die Sieg hat sich mit der Zeit übrigens auch ihre Schleife zurückgeholt, denn die für den Eisenbahnbau trockengelegten Teile sind heute versumpft und mit kleinen Brücken und Wegen für Spaziergänger begehbar. Der Siegwasserfall bietet sich als Zwischenstation für Radwege und Wanderungen an, ist jedoch auch bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Im ehemaligen Bahngebäude befindet sich heute außerdem ein Kulturzentrum und Gastronomie. Im Bereich Naturphänomene finden sich natürlich auch in der Naturregion Sieg vulkanische Zeugen aus der Entstehungszeit des Rheinischen Schiefergebirges. Dazu gehört der Druidenstein in der kleinen Gemeinde Kirchen. Der schwarze, mystisch aussehende Basaltkegel erhebt sich auf 20 Metern Höhe im Kirchener Ortsbezirk Herkersdorf.

Entstanden ist dieser durch Lava, die sich vor Millionen von Jahren durch die Grauwacke nach oben gepresst hat und dort in die Höhe schoss. Während dem 30-Jährigen Krieg wurde die Spitze des Druidensteines abgetragen, um Feinden auf den kaum bewaldeten Bergspitzen keinen Orientierungspunkt zu geben. Auch als Steinbruch wurde der Basalt teilweise genutzt, wodurch er heute leider deutlich reduziert ist. Erreichbar ist der Druidenstein über einen Kreuzweg oberhalb der Kreuzkirche in Kirchen. Es ist nicht eindeutig belegt, aber der Name des Steins rührt vermutlich daher, dass er in verschiedenen religiösen Zusammenhängen eine Rolle gespielt haben soll.

Der Druidenstein steht seit 1869 unter Naturschutz und hat die Auszeichnung als nationaler Geotop erhalten. Bei Eitorf ist ebenfalls ein interessanter Basaltsteinbruch zu sehen. Dieser befindet sich über einem ruhenden Vulkan und zeigt durch ausgebrochene Lavamassen entstandene Säulen aus Basalt. Auch an diesem ehemaligen Steinbruch ist ein Naturschutzgebiet entstanden. Der Russische Bär, ein seltener Falter, und die Gelbbauchunke haben sich diesen Platz als Lebensraum ausgesucht. Möchte man sich weiter auf alte Spuren begeben, lohnt sich ein Besuch in dem Örtchen Blankenberg bei Hennef. Dort thront die mittelalterliche Burgruine Blankenberg, die auch schon aus der Regionalbahn zwischen Köln und Siegen zu sichten ist. Die gut erhaltenen Mauern und vier Türme der einst strategisch wertvollen Höhenburg aus dem 12. Jahrhundert stehen auf 152 Metern Höhe und sind für Besichtigungen freigegeben. Der weit schweifende Blick der Burg reicht bis an den Rand des Siegtals und des idyllischen Naturgebiets an der Sieg.

Zu erreichen ist sie über die Erlebniswanderung Burgweg. In Blankenberg startet außerdem der 17 km lange Dreitälerweg, der über die Höhen rund um den mittelalterlichen Ort führt. Ob man letztendlich Kultur und landschaftliche Schätze erleben oder einfach nur Naherholung an den schönen Ufern des Flusses suchen möchte – die vielseitige Naturregion bietet reichlich Möglichkeiten.