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Mineralogische Museum

Wer das Museum der Mineralogie in der Meckenheimer Allee besucht, wandelt im doppelten Sinn in einer wahrhaft historischen Atmosphäre. Untergebracht ist es im wunderschönen Poppelsdorfer Schloss von 1740, das der Nachfolgebau einer im 16. Jahrhundert zerstörten gotischen Wasserburg ist. Der Architekt des Prachtbaus war kein geringerer als Robert de Cotte. Gegründet wurde das Museum im Jahr 1818 und ist innerhalb des Rheinlandes eines der ältesten Museen. Die breitgefächerte Sammlung bestehend aus qualitativ hochwertigen Mineralproben und Kristallstufen belegt heutzutage einen internationalen Rang und ist einzigartig in Deutschland. In vier großen Ausstellungsräumen wird die Systematik verschiedener Minerale, Gesteine, Meteorite und Erze sowie die Beschaffenheit und Bearbeitung von Schmuck- bzw. Edelsteinen behandelt. Die wertvollste Leihgabe an das Museum ist seit November 2008 das größte Tigerauge der Welt. Der eher gängige Schmuckstein besitzt imposante Ausmaße und wurde von der Australian Outback Mining in der westaustralischen Bergkette Hamersley Range gefunden. Er besitzt eine Länge von etwa zwei Metern und wiegt fast 150 Kilogramm. Sein Besitzer ist David Vaughan.

Die Aufteilung im Mineralogischen Museum erfolgt nach einem Muster. Der erste Raum bildet den Mittelpunkt. Hier finden sich 550 Minerale, deren Bedeutung von großer Wichtigkeit für die Bildung unserer Erdkruste darstellen. Faszinierend ist die Farb- und Formvielfalt, die je nach Betrachtung variiert. Betritt man den zweiten Raum, so eröffnet sich einen der Bereich des Vulkanismus, der Meteoriten und der Gesteinsbildung. Der Lagerstättensaal zeigt die facettenreichen Vorkommen nutzbar Minerale. Dabei unterscheidet man die Erze in ihren Bildungsbedingungen und deren Nutzen durch den Menschen. Dahingehend wird Bezug auf den Bergbau und der später erfolgten Verhüttung genommen, wo der Mensch begann, bewusst nach bestimmten Gesteinsformen zu suchen, um diese zu Werkzeug und Waffen zu verarbeiten.

Ein ganz besonderer Höhepunkt des Universitätsmuseums ist der herrliche Edelsteinsaal. Man kann in verschieden aufgezeigten Schritten den Wachstumsprozess der Edelsteine verfolgen sowie deren Bearbeitung bis zum geschliffenen und polierten Schmuckstück. In diesem Saal geraten nicht nur Esoteriker und Edelsteinliebhaber ins Schwärmen. Die speziellen Auslagen bieten viel an Hintergrundinformation zur Beschaffenheit und Weiterverarbeitung der Steine in verschiedenen Bereichen, sei es der Schmuckverarbeitung oder zu heilpädagogischen Zwecken.

Ein Spezialgebiet ist das Erzeugen von im Labor geschaffenen Edelsteinen. Diese sind ebenso ausgestellt, wie Replikate berühmter und historischer Diamanten. Man erfährt, wofür Diamanten heutzutage neben dem Verzieren von modischen Accessoires, noch Verwendung finden, woher sie stammen sowie welche Steine zu dieser Gesteinsgruppe gehören und welche Fundorte es weltweit gibt. Die Ausstellungsstücke befinden sich größtenteils hinter Vitrinen, einige können aber auch durch Erfahren mit den Händen näher kennen gelernt werden.

Die Vitrinen folgen dem System der chemischen Zusammensetzung. Beginnend mit metallischen Elementen wie Silber und Gold sowie komplexen Siliziumverbindungen. Leicht verständliche Texttafeln bieten dem Besucher zu den jeweiligen Stationen Informationen über Herkommen, Beschaffenheit und Nutzen der Steine. Sonderausstellungen mit aktuell bezogenen Themen werden regelmäßig angeboten.